Substack News
Das Autorenteam des Erhard-Eppler-Kreises veröffentlicht auf Substack regelmäßig Beiträge zu Friedenspolitik, Abrüstung und sozialdemokratischen Grundwerten. Dort finden Sie stets aktuelle Analysen und Kommentare zu den drängenden sicherheitspolitischen Fragen unserer Zeit.
Rubriken
Unsere Rubriken umfassen den Pressespiegel mit Medienstimmen, Mitteilungen zu Veranstaltungen und Terminen, das Friedensarchiv mit Inhalten zur Friedenspolitik sowie Empfehlungen weiterführender Quellen und Lektüren.
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Die wichtigsten Stimmen aus den Medien kompakt zusammengestellt.
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Mitteilungen, Veranstaltungshinweise und Termine auf dieser Webseite.
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10. Februar 2026
Brigadegeneral a.D. Helmut W. Ganser zu Gast beim Erhard-Eppler-Kreis
Im Rahmen einer Videokonferenz begrüßte der Erhard-Eppler-Kreis Brigadegeneral a.D. Helmut W. Ganser als Gast – und nutzte die Gelegenheit für ein konstruktives Gespräch über Deutschlands strategische Ausrichtung in einer Zeit tiefgreifender Unsicherheiten. Dabei wurden trotz unterschiedlicher Ausgangsperspektiven wichtige Gemeinsamkeiten sichtbar: Beide Seiten teilen ein tiefes Misstrauen gegenüber sicherheitspolitischen Schlagworten ohne Substanz und fordern eine ehrlichere, fachlich fundiertere Debatte. Besonders deutlich wurde die gemeinsame Linie bei der Kritik an Deutschlands Nukleardiskussion: oberflächlich, begrifflich schief und oft ohne Kenntnis der realen Implikationen.
Was Gast und Gastgeber verbindet, ist der Anspruch auf mehr Tiefe statt Talkshow-Mechanik: weg von Leerformeln wie „Nuklearschutzschirm", hin zu konkreten Fragen nach Entscheidungsstrukturen, Eskalationsrisiken und demokratischer Kontrolle. Das vollständige Gespräch – mit allen Schnittmengen und Nuancen – ist in unserem YouTube-Video zu sehen. Es lohnt sich, genau hinzuhören.

Ralf Stegner ist Vorsitzender des Unterausschusses Rüstungskontrolle
Der Auswärtige Ausschuss hat am Freitag, 17. Oktober 2025, den Unterausschuss Rüstungs- und Proliferationskontrolle, Nichtverbreitung und internationale Abrüstung konstituiert. Dr. Ralf Stegner (SPD) wurde zum Vorsitzenden und Dr. Florian Dorn (CDU/CSU) zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Dem Gremium gehören neun ordentliche Mitglieder sowie deren Stellvertreter und Stellvertreterinnen, entsprechend der Stärke der Fraktionen an: drei der CDU/CSU-Fraktion, zwei der AfD-Fraktion, zwei der SPD-Fraktion sowie jeweils ein Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der Fraktion Die Linke.
Aufgaben des Gremiums
Der Unterausschuss Rüstungs- und Proliferationskontrolle, Nichtverbreitung und internationale Abrüstung befasst sich mit aktuellen abrüstungspolitischen Entwicklungen, aber auch mit langfristigen Zielen wie einer Welt ohne Nuklearwaffen. Die Abgeordneten arbeiten an konkreten Themen wie der weltweiten Ächtung von Streumunition, der konventionellen Rüstungskontrolle in Europa oder der Verhinderung der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Dabei werden regelmäßig Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft angehört. Der Unterausschuss berät parlamentarische Anträge und begleitet die Bundesregierung bei der Umsetzung internationaler Abrüstungsverpflichtungen – denn wirksame Rüstungskontrolle bleibt Voraussetzung für Frieden und Sicherheit.

Verstärkung für den Erhard-Eppler-Kreis: Dr. Hans-Jochen Luhmann ist dabei
Jochen Luhmann, Mathematiker und Philosoph, war über zwanzig Jahre am renommierten Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie tätig, wo er sich insbesondere mit umweltpolitischen und steuerlichen Fragen befasste. Als Lehrbeauftragter für Klimapolitik an verschiedenen Hochschulen und als Herausgeber der Zeitschrift GAIA hat er sich einen Namen in der Nachhaltigkeitsforschung gemacht. Luhmann ist zudem Vorstandsmitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und hat mit zahlreichen Veröffentlichungen zur gesellschaftlichen Risikowahrnehmung und zu den Herausforderungen der Energiewende beigetragen.
In der Friedenspolitik setzt sich Luhmann für eine reflektierte, abwägende Herangehensweise an internationale Konflikte ein. Er kritisiert vorschnelle militärische Interventionen und plädiert für eine mutige, bewusste Priorisierung bei der Bewältigung multipler Krisen. Luhmann warnt vor der „Blindheit der Gesellschaft“ gegenüber Risiken und fordert eine neue Sicherheitskultur, die auf Erfahrung und kritischer Analyse beruht. Als neues Mitglied des Erhard-Eppler-Kreises bringt er diese friedenspolitischen Erkenntnisse aktiv in die Debatte um Abrüstung und eine nachhaltige Friedensordnung ein.

Ralf Stegner - Vorsitzender des Erhard-Eppler-Kreises
Am 13. Mai 2025 wählten die Mitglieder des Erhard-Eppler-Kreises Ralf Stegner zum neuen Vorsitzenden. Der langjährige Landespolitiker und Bundestagsabgeordnete folgt auf Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker.
Gemeinsam mit Dr. Gernot Erler bildet er künftig eine Doppelspitze des Erhard-Eppler-Kreises.
Stegner steht in der Tradition Erhard Epplers und setzt sich für eine Friedenspolitik ein, die auf Dialog, Abrüstung und gemeinsame Sicherheit setzt – gerade in Zeiten globaler Spannungen.
Ralf Stegner hielt seine Rede auf der bundesweiten Friedensdemonstration am 3. Oktober 2025 in Berlin. Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Erstunterzeichner des Manifests der SPD-Friedenskreise sprach sich klar für gemeinsame Sicherheit statt Hochrüstung aus. Die Demonstration unter dem Motto "Nie wieder kriegstüchtig. Stehen wir auf für Frieden" wurde vom Erhard-Eppler-Kreis explizit unterstützt. Dr. Stegner bekräftigte in seinem Redebeitrag die zentralen Forderungen einer aktiven Friedens- und Entspannungspolitik.
3. Oktober 2025
„Nie wieder Krieg! Stehen wir auf für den Frieden!“
Der Erhard-Eppler-Kreis rief die Mitglieder der SPD sowie die Mitglieder befreundeter Organisationen dazu auf, sich am 3. Oktober 2025 an den Demonstrationen in Berlin oder Stuttgart zu beteiligen.
Der Erhard-Eppler-Kreis erinnert daran, dass die SPD schon aus ihrer Geschichte heraus eine besondere Verantwortung für den Frieden trägt. Darum muss es uns auch heute gehen – insbesondere im Interesse aller Menschen, die derzeit unter den vielen Kriegen leiden.

Erklärung der VDW-Studiengruppe „Europäische Sicherheit und Frieden“ zum Auslaufen des New-START-Vertrages am 5. Februar 2026
Am 5. Februar 2026 läuft der New-START-Vertrag, der 2011 zwischen den Vereinigten Staaten und der russischen Föderation in Kraft trat, endgültig aus. Dies ist eine historische Zäsur, denn nach 50 Jahren erfolgreichen Beschränkungsbemühungen, Abrüstungsverpflichtungen und Verifikationsregulierungen gibt es zwischen beiden nuklearen Großmächten keinerlei beschränkende Rüstungskontrollabkommen mehr.
Nach Auslaufen zentraler Rüstungskontroll-mechanismen unterliegen die USA und Russland, die zusammen über 90 Prozent der rund 12.300 weltweiten Atomsprengköpfe besitzen, erstmals seit 35 Jahren keinen verbindlichen rechtlichen Beschränkungen mehr. Angekündigte Schritte zur Denuklearisierung blieben folgenlos; stattdessen verschärften beide Seiten ihre Politik: Die USA treiben kostspielige Modernisierungsprogramme voran, schließen neue Nukleartests nicht aus und planen ein strategisch fragwürdiges Raketenabwehrsystem, während Russland neue, bislang nicht regulierte Nuklearwaffentypen entwickelt. Ein russisches Angebot zur einjährigen Verlängerung zentraler New-START-Beschränkungen ab Februar 2026 blieb unbeantwortet. Damit wächst das Risiko eines neuen nuklearen Wettrüstens und einer weiteren Proliferation, etwa im Kontext von Iran, Nordkorea sowie potenziell weiteren Staaten.

Stellungnahme des Vorstandes des Willy-Brandt-Kreises zum Israel-Iran-Krieg vom 22. Juni 2025
Der völkerrechtswidrige Angriff der Regierung Netanjahu am 13. Juni 2025 gegen iranische zivile Ziele, die auch Zivilisten getötet haben und Nuklearanlagen, die lange unter Beobachtung und Kontrolle der Internationalen Atomenergie Agentur IAEA standen, ist ein fataler Schritt, der kurzfristig die Eskalation und längerfristig die nukleare Verbreitung vorantreibt und die Kriegsgefahr in der instabilen Region erhöhen kann.

Pugwash und IPPNW fordern sofortigen Waffenstillstand und Diplomatie
Pugwash betont, dass diese Angriffe am 13. Juni 2025 zahlreiche zivile Opfer forderten, Wissenschaftler und hochrangige Kommandeure trafen sowie nukleare Anlagen beschädigten. Dies stelle eine gravierende Verletzung des Völkerrechts, insbesondere der UN-Charta und der Genfer Konventionen, dar und gefährde die Sicherheit der gesamten Region. Besonders kritisch sieht Pugwash die Angriffe auf Atomanlagen, da sie das Risiko radioaktiver Freisetzungen erhöhen und diplomatische Bemühungen zur Lösung des Iran-Konflikts untergraben. Die Organisation ruft alle Parteien zu maximaler Zurückhaltung und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf, um eine weitere Eskalation zu verhindern und eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten zu fördern.
Auch die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) fordern einen sofortigen Waffenstillstand und die Wiederaufnahme diplomatischer Verhandlungen. Sie weisen darauf hin, dass der Iran laut IAEA und US-Regierung derzeit kein aktives Atomwaffenprogramm verfolgt. Der Angriff Israels, einer atomar bewaffneten Macht, gefährdet die Bemühungen um Nichtverbreitung und verstärkt die Instabilität in der Region. IPPNW kritisiert zudem die Atommächte für ihre mangelhafte Abrüstung und warnt vor den katastrophalen humanitären Folgen eines möglichen Atomwaffeneinsatzes. Die Organisation betont, dass nur Diplomatie und die vollständige Abschaffung von Atomwaffen langfristige Sicherheit gewährleisten können.




