Empfehlungen
Hier findet man Bücher, Sendungen und Filme, die an Erhard Epplers Denken anknüpfen und den Ansatz des Erhard-Eppler-Kreises – Frieden 2.0 – vertiefen. Die Auswahl richtet den Blick auf Verantwortung, Dialog und die politische Gestaltung eines nachhaltigen Friedens.
Buch Empfehlungen
Fachbücher zum Thema Friedensgestaltung – sorgfältig ausgewählt für reflektierte Perspektiven und fundiertes Wissen. Eine Einladung zum vertieften Verständnis aktueller Herausforderungen und Lösungsansätze.
Europa und der Ukrainekrieg
Chancen und Herausforderungen für eine zukünftige Friedens- und Sicherheitspolitik.
Götz Neuneck
Frieden! Jetzt! Überall!
Aus Furcht vor Russland, als Reaktion auf den Irrsinn eines »America first« oder aus Angst vor Gewalt und Terror kommen die Gespenster des Kalten Krieges zurück.
Daniela Dahn, Reiner Braun, Michael Müller, Michail Gorbatschow
Neuordnung
Eine friedliche und nachhaltig entwickelte Welt ist (noch) möglich.
Ausgehend von einer Analyse der gegenwärtigen globalen Situation werden konkrete Schritte hinführend zu einer gesellschaftlichen Neuordnung entworfen. In drei Phasen (5,10, 15 Jahre) werden notwendige Maßnahmen einer vernünftigen Friedens-, Sozial- und Umweltpolitik in nationaler und transnationaler Hinsicht konzipiert.
Klaus Moegling
Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde
Ein starkes Plädoyer gegen den Kriegseinsatz – fern von naiver Friedensbewegtheit und weltfremdem Pazifismus.
Ole Nymoen
Das Buch positioniert sich explizit als Gegenmeinung zu der in der Politik vorherrschenden Stimmung, Aufrüstung sei das Gebot der Stunde. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Gemeinsame Sicherheit das Gebot der Vernunft ist – besonders in Zeiten von Hochrüstung, zunehmender Ressourcenknappheit und härter werdenden sozialen Verteilungskämpfen.
Das in vier Kapitel unterteilte Buch beginnt mit dem Ukrainekrieg, wobei sowohl die Geschichte des ukrainischen Staates als auch die Versäumnisse des Westens in der Konfliktentwicklung skizziert werden. Die Herausgeber plädieren für die Notwendigkeit eines starken und effizienten multilateralen Systems für Frieden und Abrüstung. Sie argumentieren, dass europäische Selbstbehauptung Gemeinsame Sicherheit verlange und diese auch zur Überlebensfrage in der globalen Klimakrise werde, um erbitterte Verteilungskämpfe und neue Kriege zu verhindern. Die Autoren verweisen in ihrem abschließenden Kapitel auf den Palme-Bericht II, der einen neuen Anlauf zur Definition von Gemeinsamer Sicherheit unternimmt.
31.05.2025 | Ausgabe 6/2025 | Frankfurter Hefte
Spaltung nach Plan
Ein aktualisierter Blick auf die deutsche Sozialdemokratie im Ersten Weltkrieg
Uli Schöler beschreibt in seinem Beitrag in den Frankfurter Heften eine aktualisierte Sicht auf die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie während des Ersten Weltkriegs. Er stellt die lange vorherrschende Deutung infrage, wonach die kriegskritische Minderheit den Weg in die Spaltung eingeleitet habe. Schöler belegt stattdessen, dass die Kriegsgegner "von links" mindestens bis weit ins Jahr 1917 hinein darauf abzielten, innerhalb der Sozialdemokratie für einen Politikwechsel zu kämpfen. Im Zentrum seiner Analyse steht die Tatsache, dass es vielmehr der äußerst rechte Flügel von Partei und Fraktion war, der den Konflikt gezielt nutzte, um eine programmatische Radikalveränderung und das Hinausdrängen der Linkskräfte zu erzwingen. Organisator dieser Spaltungsbestrebungen war der Mainzer Reichstagsabgeordnete Eduard David, der eine wachsende Gruppe von Parlamentariern führte und nationalistische sowie annexionistische Kriegsziele propagierte. Schöler betont, dass David, unterstützt von Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann, somit die Spaltung von "rechts" erzwang, wobei nahezu alle bedeutenden intellektuellen Köpfe der Partei auf Seiten der Kriegskritiker landeten.

Uli Schöler
»Despotischer Sozialismus« oder »Staatssklaverei«?
Das Buch "Despotischer Sozialismus oder Staatssklaverei"? von Uli Schöler untersucht die theoretische Verarbeitung der sowjetrussischen Entwicklung in der Sozialdemokratie Deutschlands und Österreichs von 1917-1929. Es ist das Ergebnis umfangreicher Forschungsarbeiten, die Schöler vor dem Fall der Berliner Mauer in verschiedenen Archiven durchgeführt hat. Dabei konzentrierte er sich hauptsächlich auf die theoretische Rezeption der sowjetischen Politik und schloss bewusst deren praktische Anpassungen und jede Rezeption außerhalb der sozialistischen Theorie aus. Dennoch blieb eine Fülle von Forschungsmaterialien übrig, darunter Primärquellen, Zeitungen, Protokolle und vieles mehr.
Zu Beginn stand die Erkundung von Ulis Motivation, die Ursprünge der Sowjetunion aus sozialdemokratischer Perspektive zu erforschen. Danach wurde die Situation am Ende des Ersten Weltkriegs dargelegt, gefolgt von einer Beschreibung der Protagonisten.
In diesem Teil wurde untersucht, ob in Russland im Oktober 2017 überhaupt eine "sozialistische Revolution" stattfand, es wurde die sozialdemokratische Debatte beschrieben und die Deutungen zur "Diktatur des Proletariats" untersucht.
Hier wurde die Gelegenheit genutzt zum Abschluss dieser Buchbesprechung, den Bogen zum aktuellen Verhältnis zu Russland zu schlagen und über Parallelen zum Auftreten der frühen Sowjetunion zu diskutieren.
Film Empfehlungen
Kathryn Bigelow
A House of Dynamite
Wenn heute solche Filme in die Kinos kommen, sagt das viel über unsere Zeit aus.
Von der Oscar-prämierten Regisseurin Kathryn Bigelow kommt A HOUSE OF DYNAMITE.
Als eine einzelne, nicht zugeordnete Rakete auf die Vereinigten Staaten abgefeuert wird, beginnt ein Wettlauf darum, herauszufinden, wer verantwortlich ist – und wie darauf reagiert werden soll.
Erich Maria Remarque
Im Westen nichts Neues
Es gibt wieder eine reaktionäre Generation, die es hemmungslos wagt, eine jüngere Generation in den Tod zu treiben, wenn sie glaubt, eine Eskalation für richtig zu halten. Erich Maria Remarque erlebte den Ersten Weltkrieg an der Front. Er wusste sehr wohl, wovon er in seinem Buch „Im Westen nichts Neues" schrieb. Und wieder beobachten wir auf allen Seiten Rechthaberei und jene, die meinen, Leben opfern zu müssen, um ihre eigene Vorstellung von Gerechtigkeit durchzusetzen. Es gab drei Verfilmungen – schwer zu sagen, welche die beste ist. Die hier vorgestellte ist die jüngste. Und anscheinend musste sie kommen, weil der Geist der Feindseligkeit wieder dominiert.






